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Das Kinderdorffreunde-Interview mit Roland Kaiser

Warum sind Ihnen persönlich Familie und Kinder wichtig?
Weil sie einen Ruhepunkt bilden. Meine Frau und meine Kinder sind mir wichtig, weil sie mich erden und ins alltägliche Leben einbinden. Bei Ihnen kann ich Energie tanken, sie geben mir Kraft, sind die treibende Kraft für meine Arbeit und meine Motivation. Sie bewahren mich vor emotionalen Höhenflügen als Künstler. Wenn ich am Abend vorher auf der Bühne gefeiert wurde, interessiert das meine Kinder nicht. Sie brauchen mich als Vater, nicht den Sänger oder Buchautor.

Was macht starke Familien aus?
Eine Familie gibt Sicherheit, schenkt Geborgenheit, bietet Vertrauen und bedingungslose Liebe. Sie ist ein Ort, um sich fallen zu lassen. Natürlich fordert die Familie auch jeden Einzelnen, gibt aber immer mehr zurück, als man für die Gesamtheit leistet.

Haben Sie zu einem Menschen in Ihrer Familie eine besonders starke Beziehung?
Ja natürlich, zu meiner Frau. Wir haben gemeinsam unsere Familie gegründet und sind die engsten Verbündeten und Liebenden. Als Eltern stehen wir zueinander und zu unserer Verantwortung - uns als Partnern, wie auch den Kindern gegenüber. Als Paar manövrieren wir das Familienschiff durch alle Untiefen.

Warum schreiben Sie Geschichten für Kinder?
Ich habe meinen Kindern immer gerne selbst erdachte Geschichten erzählt. Irgendwann begann ich, meine Ideen aufzuschreiben. Mit der Zeit sind daraus die Giblinge und Nimmlinge entstanden. Ich empfinde es als eine Herausforderung, für Kinder zu schreiben. Kinder sind ungemein ehrlich. Entweder sie mögen deine Geschichten, oder sie stehen auf, gehen und lassen dich einfach sitzen. Dann weiß man: Das war nichts!

Würden sich die Giblinge aus Akkrollam mit den Albert-Schweitzer-Kinderdorfkindern gut verstehen, wenn sie einander besuchen würden?
Ja, das würden sie hundertprozentig. Die Gemeinschaft der Giblinge steht füreinander ein, bewältigt ohne Gewaltanwendung oder despotische Autoritäten Probleme: Die Giblinge stehen für gegenseitigen Respekt, für Familiensinn, Toleranz, Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Achtung vor dem Anderen.

Was wünschen die Giblinge den Albert-Schweitzer-Kinderdörfern zum 50. Geburtstag?
Weiterhin viel Erfolg und - bitte verstehen Sie das jetzt nicht falsch - eine zukünftige Gesellschaft, die Einrichtungen wie die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer als Zuflucht und Familienersatz für Kinder überflüssig macht.

Warum unterstützen Sie die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und -Familienwerke?
Ich selber bin ein Waisenkind und nicht bei meinen Eltern aufgewachsen. Das macht mich besonders sensibel für das Thema.

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