Albert Schweitzer übernahm 1957 gerne persönlich die Patenschaft für das erste Albert-Schweitzer-Kinderdorf im Nachkriegsdeutschland. Dahinter stand sein lang gehegter Wunsch, selbst Waisenkindern ein Zuhause zu geben. Die Verantwortung für seine Klinik im afrikanischen Lambarene und seine vielen Reisen ließen dies jedoch nicht zu.
Das Engagement der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und -Familienwerke orientiert sich bis heute an Schweitzers gelebter Menschlichkeit, seiner aktiven Nächstenliebe und seinem Leitbild der "Ehrfurcht vor dem Leben". Ziel unserer Arbeit ist es, dass Menschen wieder Vertrauen in sich selbst und ihr Lebensumfeld gewinnen. Wir unterstützen und fördern gewaltfreies, eigenverantwortliches Handeln, Respekt vor Menschen in ihrer Individualität sowie die Übernahme sozialer Verantwortung. Das Foto rechts zeigt Albert Schweitzer im Gespräch mit Richard Kik und Georg Gutöhrlein (v. links), Förderern des ersten Albert-Schweitzer-Kinderdorfvereins.
Albert Schweitzer, im Januar 1875 im elsässischen Kayserberg geboren, erlebt eine behütete Kindheit in dem kleinen Vogesen-Ort Günsbach. Selbst aus einer Pfarrersfamilie stammend, entschließt er sich dazu, Theologie und Philosophie zu studieren. Auch Musik bedeutet Schweitzer viel: Zeit seines Lebens widmet er sich dem Orgelspiel.
Nachdem Albert Schweitzer durch Missionare von der Not der Menschen in Afrika gehört hat, beschließt er 1905: Er will als Arzt im Urwald Menschen unmittelbar helfen. Daher absolviert er ein Medizinstudium. Als Missionsarzt reist der 38-Jährige 1913 mit seiner Frau, der Krankenschwester Helene Bresslau, in die französische Kongo-Kolonie. Dort errichtet und leitet er das im heutigen Gabun gelegene Urwaldspital Lambarene.
Für seinen Einsatz in Lambarene und für seine Bemühungen um die Völkerverständigung erhält Albert Schweitzer 1954 den Friedensnobelpreis (rückwirkend für 1952). Auch in den folgenden Jahren setzt er sich leidenschaftlich für den Frieden ein. Unter anderem spricht sich Schweitzer energisch gegen Atomtests aus.
Mit 90 Jahren stirbt Albert Schweitzer am 4. September 1965 in Lambarene und wird dort beigesetzt.